Archiv für den Monat: Mai 2022

Gestalte das neue Programm mit uns

Die SPD will sich in den nächsten Jahren den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels stellen: Der sozialen und ökologischen Gestaltung des industriellen Wandels, der Digitalisierung oder den Umbrüchen in der internationalen Politik. Gemeinsam entwerfen wir neue politische Konzepte, damit auch morgen ein guter Tag werden kann.

Und dabei brauchen wir dich. Der Parteivorstand ruft seine Gliederungen, Arbeitsgemeinschaften, Kommissionen und Foren des Parteivorstands sowie Verbände, Gewerkschaften, weitere Institutionen und alle Freundinnen und Freunde der SPD auf, sich mit Impulsen, Denkanstößen und Workshops am Debattenkonvent am 5. und 6. November zu beteiligen. Impulspapiere und Workshop-Bewerbungen können bis Montag, 5. September 2022, eingereicht werden. 

Mit deinen Ideen und Workshops werden wir ein neues Transformations-Programm gestalten. Im kommenden Jahr werden wir auf dieser Basis gemeinsam sozialdemokratische Konzepte für die Herausforderungen und Aufgaben der Zukunft entwickeln und auf dem Bundesparteitag Ende 2023 beschließen.

Neben der Debatte, die im Ortsverein oder Unterbezirk geführt wird, gibt es jetzt auch die Möglichkeit, in den Online-Themenforen mit Mitgliedern aus dem gesamten Bundesgebiet ins Gespräch zu kommen.

Wie vereinen wir eine klimaneutrale Wirtschaft und den sozialen Zusammenhalt miteinander? Wie nutzen wir die Chancen der Digitalisierung? An diesen und anderen Fragen wollen wir zusammenarbeiten.

Gemeinsam entwerfen wir neue politische Konzepte. Mach mit !

Grafiken: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

1. Mai in Emden

Nach zwei Jahren mit gebremsten und meist nur digitalen Aktivitäten sollten in diesem Jahr endlich wieder in ganz Deutschland machtvolle Mai-Demonstrationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB stattfinden. Dies galt auch für Emden, und die Emder Sozialdemokratie war natürlich dabei.

Mitglieder unseres Ortsvereins unter der Fahne der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Die gewerkschaftliche Demonstration führte vom Hafentor aus in großem Bogen zum Stadtgarten, wo die abschließende Kundgebung stattfand; Hauptsprecher nach der Begrüßung durch Horst Götze war dabei Johannes Grabbe, Abteilungsleiter für Wirtschaft, Umwelt und Europapolitik im DGB. Vor der Demonstration hatte am Morgen ein Gottesdienst stattgefunden, nach Ende der Kundgebung ging die Veranstaltung über in ein Familienfest im Stadtgarten.

Ursprünglich geht der Tag der Arbeit auf Ereignisse in den USA im Jahr 1886 zurück. Auf dem zweiten Internationalen Arbeiterkongress in Paris wurde beschlossen, sich Plänen des Amerikanischen Arbeiterbundes für eine weltweite Demonstration am 1. Mai 1890 anzuschließen. Damit wurde der 1. Mai zum zentralen Aktions- und Feiertag der Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit. In Deutschland unterstützte dies die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP, später SPD) und am 1. Mai 1890 legten etwa 100 000 Menschen ihre Arbeit nieder. Der 1. Mai entwickelte sich danach zum Festtag der Arbeiterbewegung, wurde aber nur 1919 einmalig als gesetzlicher Feiertag begangen.

In der Weimarer Republik war die Arbeiterbewegung gespalten: Während die SPD den 1. Mai als Festtag begehen wollte, betonte die Kommunistische Partei (KPD) den Kampfcharakter des Tages. Als sie 1929 trotz eines Demonstrationsverbots Maidemonstrationen in Berlin organisierte, kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen mit über 30 Toten, Hunderten Verletzten und vielen Verhaftungen, zum sogenannten „Blutmai“. 1933 machten die Nationalsozialisten den 1. Mai zum Feiertag der nationalen Arbeit, besetzten aber am Tag darauf Gewerkschaftshäuser, Arbeiterbanken und Gewerkschaftsblätter. Viele leitende Funktionäre wurden in Konzentrationslagern und Gefängnissen inhaftiert. Die neugegründete Deutsche Arbeitsfront (DAF) sollte das nationalsozialistische Ideal der Volksgemeinschaft darstellen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der 1. Mai 1946 durch die Alliierten als Feiertag bestätigt. In der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR wurden am 1. Mai lange Zeit staatliche Militärparaden inszeniert; Bürgerinnen und Bürger waren verpflichtet, daran teilzunehmen. In der Bundesrepublik nutzten die Gewerkschaften den Tag für Massenkundgebungen mit wechselnden Schwerpunkten und Themen. Trotz oft lebensentscheidender Fragen sind die Maikundgebungen seit Jahren schon nicht mehr so attraktiv wie früher: Folgten 1960 in Berlin noch 750 000 Menschen dem Aufruf, so nahmen 2019 an der offiziellen Kundgebung des DGB vor dem Brandenburger Tor nur noch 13 000 Menschen teil.

Foto: Berthold Haase